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Der Markt der Kunststoff-Fenster

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Der Markt für Kunststoff-Fenster hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem der dominierenden Bereiche im Bauelementesektor entwickelt. Ausschlaggebend sind vor allem die hohe Witterungsbeständigkeit, der geringe Pflegeaufwand und die stetige Weiterentwicklung der Profil- und Systemtechnik. Mit einem Marktanteil von über 50 % zeigt sich, dass diese Fenstergattung für viele Bauherren und Entscheider zur bevorzugten Lösung geworden ist. Neben den technischen Eigenschaften hat die Branche ihren Erfolg auch einer ausgeprägten Marketing- und Vertriebsorientierung zu verdanken, die das Kunststoff-Fenster fest im Bewusstsein der Kunden verankert hat.

Ein häufig gehörter Vorwurf in der Branche lautet, dass der Preis für viele Endkunden das ausschlaggebende Kriterium bei der Fensterwahl sei. Zwar spielt der Preis zweifellos eine wichtige Rolle, dennoch ist er nur ein Faktor unter vielen und erklärt allein nicht den zunehmenden Wettbewerb, insbesondere durch Anbieter aus Polen und anderen Ländern mit preislich aggressiven Marktstrategien.

Viele Kunden vergleichen Produkte, ohne die technischen und qualitativen Unterschiede zu kennen. Diese Wissenslücke erschwert eine fundierte Entscheidung und führt zu einer reduzierten Wahrnehmung der Service- und Zusatzleistungen der Fensterhersteller. Für die Anbieter wird es daher wichtiger denn je, die eigenen Stärken, Besonderheiten und Servicekonzepte stärker herauszustellen, um nicht ausschließlich über den Preis wahrgenommen zu werden.


Verbundwerkstoffe und neue Systemtechniken

Ein zentraler Entwicklungsschwerpunkt im Markt liegt auf der Substitution der klassischen Stahlverstärkungen. Glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) gewinnen weiter an Bedeutung, da sie die thermische Schwachstelle Stahl verringern oder vollständig eliminieren können. Auf der Fensterbau Frontale präsentierten mehrere Systemgeber – darunter Alphacan, profine und VEKA – neue GFK-Konzepte. Einige Hersteller knüpfen die Markteinführung jedoch an eine Branchenlösung für das Recycling der neuen Materialien.

Auch die Hersteller von Stahlverstärkungen arbeiten an verbesserten Profilgeometrien, um das bewährte Material weiterhin wirtschaftlich und statisch wirksam einsetzen zu können. Gleichzeitig steigen der Anteil ausgeschäumter Profile und die Nutzung verklebter Konstruktionen. Sie ermöglichen schlankere Bautiefen bei dennoch hervorragenden Dämmwerten, die vor wenigen Jahren noch deutlich größere Bautiefen erfordert hätten.


Klebetechnik als statisches und gestalterisches Mittel

Die Klebetechnik hat sich im modernen Fensterbau zu einer der wichtigsten Entwicklungen etabliert. Obwohl die Diskussion darüber leiser geworden ist, setzt sich die Technologie in zahlreichen Betrieben durch. Neben klassischen pastösen Klebstoffen gewinnen werkseitig aufgebrachte Klebebänder an Bedeutung, da sie die Verarbeitung erleichtern und eine hohe Prozesssicherheit bieten.


Vorteile ergeben sich aus der verbesserten Statik, die insbesondere bei großformatigen Fenstern oder Sonderformen relevant ist. Außerdem ermöglicht die Scheibenverklebung neue Designansätze mit schmalen Ansichten. Dennoch nutzen bislang nur wenige Unternehmen die Klebetechnik in der Serienfertigung umfassend – oft wird sie lediglich für Sonderkonstruktionen verwendet. Die weitere Verbreitung wird unter anderem davon abhängen, wie sich die gesetzlichen Anforderungen, beispielsweise im Rahmen der Energieeinsparverordnung entwickeln


Ein neuer Standard bei Bautiefen

Während zuvor Trends zu immer größeren Bautiefen sichtbar waren, pendelt sich der Markt inzwischen auf Profilstärken um 80 mm ein. Diese Bautiefe bietet einen sinnvollen Kompromiss aus Wärmeschutz, Materialeffizienz und Verarbeitbarkeit, insbesondere im Altbau. Damit steht ein Systemdesign zur Verfügung, das sowohl energetische Anforderungen erfüllt als auch zu den gängigen baulichen Rahmenbedingungen passt.


Neue Gestaltungsmöglichkeiten

Parallel zur technischen Weiterentwicklung steigt auch die gestalterische Vielfalt. Verdeckte Beschlagsysteme erlauben die sichere Realisierung großer und schwerer Flügel. Zudem erweitern zahlreiche Hersteller ihre Farb- und Dekorfolienprogramme, wodurch Kunststoff-Fenster immer häufiger als architektonisches Gestaltungselement eingesetzt werden. Die steigende Nachfrage nach farbigen Profilen zeigt, dass Fenster heute stärker als früher als Designelement wahrgenommen werden.


Kunststoff-Alu-Fenster: ein wachsendes Marktsegment

Ein besonders dynamischer Bereich ist das Kunststoff-Aluminium-Fenster. Obwohl es keine belastbaren statistischen Daten gibt, deutet vieles auf einen wachsenden Marktanteil hin. Während die Konstruktion in Ländern wie Italien und Österreich traditionell verbreitet ist, gewinnt sie in Deutschland – insbesondere im Süden – immer mehr an Bedeutung. Heute hat nahezu jeder Systemgeber mindestens eine Aluminium-Deckschale im Portfolio.

Die Verarbeitung der Alu-Schalen hat sich ebenfalls weiterentwickelt. Während früher aufwendige Abstandhalter notwendig waren, setzen viele Anbieter inzwischen auf aufklipsbare Systeme oder stumpf gestoßene Eckverbindungen. Hersteller wie aluplast, Inoutic, KBE, Kömmerling, Schüco und VEKA haben entsprechende Systeme weiterentwickelt. Gutmann verfolgt mit dem „Decco“-System einen eigenen Ansatz, bei dem die Abstandhalter in die Deckschale integriert sind. Profine bietet mit „AluFusion“ eine Besonderheit, bei der die Aluminium-Schale statische Funktionen übernimmt.


Lüftung als zentrale Herausforderung

Ein zunehmend wichtiger Aspekt ist die kontrollierte Wohnraumlüftung. Fehlende oder unzureichende Lüftung nach dem Fenstertausch hat bei Kunden Ängste vor Feuchtschäden und Schimmelbefall geweckt, was die Kaufbereitschaft mindert. Hier ist die Branche gefordert, stärker aufzuklären und technische Lösungen anzubieten.

Die DIN 1946-6 setzt klare Anforderungen an Lüftungskonzepte. Unterstützung kommt vom Institut für Fenstertechnik (ift), das eine Richtlinie zum Thema Fensterlüfter sowie zwei Rechentools für Luftvolumenstrom und Schalldämmung bereitstellt. Solche Hilfsmittel erleichtern es, normgerechte Lüftungslösungen in die Planung zu integrieren.


Sommerlicher Wärmeschutz als neues Geschäftsfeld

Angesichts des Klimawandels wird der sommerliche Wärmeschutz zunehmend bedeutend. Politische Maßnahmen zur Begrenzung des Energiebedarfs für Kühlung sind absehbar. Fensterbaubetriebe können davon profitieren, indem sie Raffstore-, Rollladen- und Klappladenlösungen in ihr Angebot integrieren und damit neue Geschäftsfelder erschließen.


Fördermaßnahmen als Chance

Die Vielzahl an Förderprogrammen, etwa durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), führt bei vielen Endverbrauchern zu Verunsicherung. Fensterhersteller und der Bauelementehandel können hier Mehrwert schaffen, indem sie Fördermöglichkeiten verständlich aufbereiten und dem Kunden bereits mit dem Angebot eine Übersicht passender Programme bereitstellen. Wer diese Beratungsleistung übernimmt, stärkt die Kundenbindung und verbessert seine Marktposition.


Marktübersicht der PVC- und PVC/Alu-Fenster

Die jährliche Marktübersicht der Kunststoff- und Kunststoff-Aluminium-Fenstersysteme ist ein zentrales Element der Berichterstattung und zeigt den aktuellen Stand der Technik. Sie richtet sich sowohl an Branchenkenner als auch an Unternehmen, die den Einstieg in dieses Segment planen. Neben technischen Tabellen liefert die Berichterstattung Einblicke in neue Konstruktionen, besondere Fertigungskonzepte, Serviceleistungen und Innovationen. Themen wie Denkmalschutz, Einbruchhemmung, Passivhauslösungen oder aktuelle Entwicklungen in der Klebetechnik werden kontinuierlich behandelt, ebenso wie die neuesten Fortschritte bei Verarbeitungsmaschinen.