8. August 2018

Deutsche tauschen später aus, investieren dafür mehr

Vergleichende Studie zu europäischen Sanierungsmärkten von B+L Marktdaten, Bonn.

Grafik: B+L Marktdaten.

In den vergangenen beiden Jahren hat sich der Neubau in Deutschland, Frankreich und Großbritannien positiv entwickelt. Gleichzeitig leiden Bestandsmaßnahmen zum Beispiel in Deutschland deutlich unter dem Neubau-Boom, da die Kapazitäten der Verarbeiter-Betriebe vielfach im Neubau gebunden sind.

Dabei sind es ganz unterschiedliche Trends und Entwicklungen, die die europäischen Sanierungsmärkte bestimmen. Nachdem die B+L im Frühjahr die Fortsetzung der B+L Sanierungsstudie für Deutschland präsentiert hat, wurde das Studienkonzept in diesem Jahr erstmalig auf Frankreich und Großbritannien übertragen. Nun liegen die Ergebnisse für die Untersuchungen der beiden Länder vor und ermöglichen einen Vergleich der drei Länder hinsichtlich der sanierten Gebäudebereiche, der Durchführung der Maßnahmen, der aufgewendeten Budgets und vieler weiterer Indikatoren. Dabei wurden alle relevanten Sanierungsbereiche und -produkte detailliert untersucht.

Deutliche Unterschiede

„Im Vergleich der Länder zeigen sich nicht nur deutliche Unterschiede in der Soziodemografie der Sanierer, sondern auch hinsichtlich der Produktpräferenzen und der sanierten Gebäudebereiche", sagt Studienautor Marcel Dresse. „In Deutschland und in Großbritannien sanieren zunehmend auch die älteren Altersgruppen, während die französischen Sanierer im Mittel deutlich jünger sind."

Diese Unterschiede spiegeln sich auch im Einkommen und an den durchgeführten Maßnahmen wider. Beispielweise bauen jüngere Sanierer deutlich häufiger den Dachboden aus als ältere Sanierer. Auch Maßnahmen, die sich erst im Zeitverlauf amortisieren, sind häufiger in den jüngeren Altersgruppen zu finden. Die abgebildete obere Darstellung fasst die länderspezifischen Unterschiede für drei Indikatoren zusammen. Auf der horizontalen Achse ist die durchschnittliche Sanierungsintensität abgetragen.

Auf der vertikalen Achse ist die durchschnittliche Lebensdauer der Produkte abgetragen, also das Alter der Produkte zum Zeitpunkt des Austausches. Die Kreisgröße stellt die durchschnittlichen Gesamtbudgets dar. In Großbritannien wird demnach am häufigsten saniert, die Produkte werden deutlich früher ausgetauscht und die aufgewendeten Budgets sind niedriger.

Späterer Austausch, höhere Ausgaben

Anders stellt sich die Situation in Deutschland dar: Hier werden durchschnittlich höhere Budgets aufgewendet und die Produkte werden später ausgetauscht. Diese Ergebnisse decken sich mit den Ergebnissen der Produktstudien, die von der B+L im Jahresverlauf durchgeführt werden.

Auf einen weiteren spannenden Aspekt des Ländervergleichs weist Dresse angesichts der Kapazitäten im Handwerk hin: „In Frankreich und Deutschland ist der Anteil der Sanierer, die eine Maßnahme selber durchführen, deutlich höher als in Großbritannien. Gleichzeitig gewinnen die professionellen Verarbeiter mit zunehmenden Alter der Sanierer in vielen Bereichen der Sanierung an Bedeutung."

Mehr Informationen zur Studie finden Sie auf der B+L-Webseite, welche über diesen Link zu erreichen ist.


Sie wollen regelmäßig über aktuellen Neuheiten und Entwicklungen informiert sein? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter oder schließen ein Abonnement der Print bzw. der e-paper Ausgabe von bauelemente bau ab.

Sie meinen, diese Meldung könnte auch für Ihre Kollegen von Interesse sein? Dann freuen wir uns über Ihre Weiterempfehlung!

Diese Nachricht teilen Facebook Logo Twitter/X Logo LinkedIn Logo Xing Logo Pinterest Logo



Das könnte Sie auch interessieren

3. März 2025

„Wir sind gerüstet, alle Herausforderungen anzunehmen“

Der Fenstermarkt hat einen neuen Tiefstand erreicht und der Abwärtstrend setzt sich wohl auch in diesem Jahr fort. Das Ende der Ampelkoalition schürt Verunsicherung und die Unternehmen kämpfen mit Strukturwandel und hohen Energiekosten. Frank …

8. Oktober 2025

Digitale Baukompetenz versammelt sich

In ein paar Monaten startet die vierte Ausgabe der digitalBau – Fachmesse für digitale Lösungen in der Baubranche. Von 24. bis 26. März 2026 zeigen circa 300 Unternehmen in Köln Neuheiten und Trends rund um die digitale Baustelle von …

12. Januar 2026

Baumesse Haus 2026: Baufrühling in Dresden

Vom 5. bis 8. März 2026 geben auf der Baumesse Haus 2026 in Dresden über 400 Aussteller einen Gesamtüberblick über das aktuelle Angebot in allen Bereichen des Planens, Bauens und Sanierens sowie der Energieeffizienz. Die Aussteller kommen aus …

zur Übersicht