22. August 2017

Milliardenpotenzial bleibt ungenutzt

Infografik des Smart Home Monitors 2017. Grafik: Splendid Research.

Die Vorteile eines Smart Home-Systems scheinen ebenso vielfältig wie verlockend. Eine aktuelle Studie deckt nun auf, welche Anwendungen die Deutschen nutzen, woran sie Interesse zeigen und welche Vorbehalte ein Abschöpfen des Potenzials verhindern.

Das Marktforschungsinstitut Splendid Research mit Sitz in Hamburg hat im Rahmen einer repräsentativen Umfrage im Juni 2017 1.021 Deutsche zwischen 18 und 69 Jahren online zu ihrer Meinung zum Thema Smart Home befragt. Untersucht wurden neben der aktuellen Marktgröße, die Nutzung und Nutzungsabsicht verschiedener Smart Home-Anwendungen, die Treiber und Hemmnisse unterschiedlicher Anwendergruppen sowie die Bekanntheit und Nutzung verschiedener Hersteller.

Energiemanagement und Entertainment liegen vorn

Den Ergebnissen der Studie zufolge nutzen bereits 36 Prozent der Deutschen Smart Home-Anwendungen, 40 Prozent zeigen sich interessiert und lediglich jeder Vierte lehnt eine Nutzung aktuell ab. Die bisherigen Zugpferde der Branche, Anwendungen der Kategorien Energiemanagement sowie Entertainment und Kommunikation, behalten auch 2017 ihre Spitzenplätze - fast 60 Prozent der aktuellen Nutzer besitzen Anwendungen aus diesen Bereichen. Zukünftig dürfte auch der Bereich der Wohn- und Gebäudesicherheit in diese Regionen vorstoßen, denn gerade die Gruppe der Nicht-Nutzer zeigt sich hieran interessiert.

Wachstum verlangsamt sich

Die Studie macht jedoch ebenfalls deutlich: Obwohl die Nutzerquote innerhalb der letzten beiden Jahre weiter stieg, hat sich ihr Wachstum zuletzt verlangsamt. Wie die Kalkulation des Instituts zeigt, birgt der Smart Home-Markt weiterhin ein enormes Potenzial. Momentan wird dieses allerdings durch eine unübersichtliche Marktsituation sowie ernste Vorbehalte der Verbraucher gehemmt. Zusätzlich zeigen sich seitens der Hersteller Kommunikationsdefizite sowie eine mangelhafte Berücksichtigung der unterschiedlichen Verbraucherprofile.

So kennt beispielsweise ein Drittel der Deutschen keinen Smart Home-Anbieter und die Mehrheit aktueller Nutzer konnte nicht zwischen den Herstellern selbst und deren spezifischen Smart Home-Produkten unterscheiden. Eine weitere Auffälligkeit: 55 Prozent der Nutzer war der Besitz einer Smart Home-Anwendung zunächst gar nicht bewusst. „Angesichts dessen dürften in vielen Fällen die technischen Möglichkeiten der Anwendungen allenfalls im Ansatz ausgereizt werden", schlussfolgert Studienleiter Thilo Kampffmeyer.

Sorge um Datensicherheit

Weiterhin sorgt sich mehr als die Hälfte der Nutzer um die eigene Privatsphäre und ein Drittel fürchtet Hacker-Attacken. Und auch die Sorgen der Interessenten vor Problemen bei Einbau und alltäglichem Einsatz der Smart Home-Anwendungen werden durch die Äußerungen aktueller Nutzer bestätigt. Obwohl diese Verbrauchergruppe überdurchschnittlich technikaffin ist, gab ein Drittel an, der Einbau der Anwendungen hätte sie überfordert.

Angesichts dieser Ergebnisse wird die Branche zukünftig größere Anstrengungen unternehmen müssen, um Sorgen und Befürchtungen abzubauen sowie die Installation und Bedienung zu vereinfachen. Erst dann ist an ein Abschöpfen des Investitionspotenzials zu denken.

Die vollständige Studie gibt es unter:
www.splendid-research.com/smarthome

Diese Nachricht teilen Facebook Logo Twitter/X Logo LinkedIn Logo Xing Logo Pinterest Logo



Das könnte Sie auch interessieren

12. August 2024

BASF stellt Portfolio auf biobasiertes Ethylacrylat um

Der Chemie-Konzern BASF setzt ein klares Zeichen in der Biotransformation seines (Meth)Acrylat-Portfolios und stellt die Produktion ab dem 4. Quartal 2024 auf biobasiertes Ethylacrylat (EA) um. Biobasiertes EA bietet ein breites Anwendungsspektrum und kann in …

14. März 2024

Fenster-Türen-Treff im Zeichen von Fenstertechnik und Nachhaltigkeit

275 Teilnehmende besuchten den diesjährigen Fenster-Türen-Treff in Salzburg. Die 23. Auflage des Branchentreffs der Holzforschung Austria (HFA) informierte am 7. und 8. März 2024 wie gewohnt über neue Themen aus Technik, Forschung und …

6. März 2024

ProHolzfenster-Kongress gibt Impulse fürs kreislaufgerechte Bauen

Das kreislaufgerechte Bauen ist eines der Schwerpunktthemen beim 14. ProHolzfenster-Kongress am 25. und 26. April 2024 in Essen. Worum es dabei im Detail geht, möchte der Bundesverband ProHolzfenster e.V. (BPH) seinen Gästen beim Kongress aus zwei …

zur Übersicht


Newsletter