2. Juni 2020

„Lieferfähig zu sein hat uns neue Kunden beschert“

Enzo Viola: „Wir waren zu jeder Zeit lieferfähig, was dazu geführt hat, dass neue Kunden die Zusammenarbeit mit uns suchen.“ Foto: bauelemente bau

Mit einer klugen Einkaufspolitik und funktionierenden Lieferketten ist es dem schwäbischen Antriebshersteller elero gelungen, die Lieferfähigkeit sicherzustellen. Was dem Unternehmen nicht nur neue Kunden, sondern auch einen Auftragsbestand und Umsatz deutlich über Vorjahr beschert hat. Mit Enzo Viola, Geschäftsführer der elero GmbH, sprachen wir nicht nur über die Auswirkungen der Corona-Krise, sondern auch über seine persönliche Bilanz der letzten drei Jahre.

Herr Viola, vor etwas mehr als drei Jahren haben Sie die Geschäftsführung der elero GmbH übernommen. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz der letzten drei Jahre aus?

Es ist viel passiert in dieser Zeit. Allem voran der Umzug von Beuren an den heutigen Standort in Schlierbach. Auch damals galt es schon lieferfähig zu bleiben. Heute kann ich sagen, wir sind angekommen, wir haben die von uns gesetzten Ziele erreicht. Mit der Kombination von Verlässlichkeit und Innovationen konnten wir das Vertrauen weiterer Kunden gewinnen. Zudem konnten wir klarmachen, in welcher Form wir uns von den internationalen Herstellern unterscheiden. Die Marke elero war bereits gut etabliert, darauf konnte aufgebaut werden. Die Effektivität der Fertigung und den Output haben wir weiter ausgebaut. Wir sind auf einem guten Weg, sehen aber noch viel Spielraum nach oben, was die Marktposition angeht.

Sehr gut funktioniert auch die Zusammenarbeit mit der Muttergesellschaft Nice. Es gibt eine Reihe von Synergien, die wir nutzen können. Elero ist als Premiummarke für die Automatisierung von Sicht- und Sonnenschutz in der Gruppe gesetzt. Und nicht zuletzt sind die anfänglichen Befürchtungen der Kunden verflogen, die Zugehörigkeit zu Nice könnte den Charakter und die Marktaufstellung von elero verändern.

Auch wenn es schon einige Lockerungen gibt, so hat uns der Corona-Virus noch immer fest im Griff. Welche Maßnahmen haben Sie zu Beginn der Krise getroffen, um die Produktion aufrecht zu halten und die Lieferfähigkeit sicher zu stellen?

Zunächst hatte die Corona-Epidemie nur China betroffen. Weil wir nur sehr wenige Komponenten von dort beziehen, waren wir noch recht gelassen. Die Entwicklung in Italien hat da für deutlich mehr Aufregung gesorgt. Geholfen hat uns die seit Jahren verfolgte Strategie, die wichtigsten Komponenten bei zwei Lieferanten zu beziehen. So konnten wir uns durch Verlagerung von Werkzeugen in weniger betroffene Regionen helfen. Darüber hinaus ist es unseren italienischen Zulieferern gelungen, die Produktion aufrecht zu halten.

Im April hatten wir über etliche Wochen schönstes Frühlingswetter. Wie hat sich das auf die Auftragslage und die Auslastung ausgewirkt?

Wir sind gut gewachsen, auch im April. Der März war noch von Hamsterkäufen geprägt, was sich mittlerweile gelegt hat. Denn die Kunden haben die Sicherheit gewonnen, dass wir lieferfähig sind. Dies und die neuen Produkte haben uns den Zugang zu Kunden verschafft, die sich bisher einer Zusammenarbeit verschlossen hatten. So konnten wir selbst in schwierigen Märkten Fuß fassen. Im Augen-blick haben wir daher mehr als gut zu tun, liegt das Auftragsvolumen deutlich über dem Vorjahr. Unsicher ist natürlich, ob dieses Niveau auch in den nächsten Monaten haltbar ist.

Hat sich die Konzentration des Vertriebes auf die DACH-Region als Segen erwiesen?

Eine weniger starke Marktposition kann in solchen Situationen auch von Vorteil sein. Die deutlichen Rückgänge in Frankreich, Spanien und Italien konnten wir auf Grund des überschaubaren Volumens gut wegstecken. Was uns dabei geholfen hat ist, dass der polnische und tschechische Markt weiter gut laufen.

Wie ist Ihre Prognose: wie wird am Endes des Jahres die Bilanz für das Jahr 2020 ausfallen?

Hätten Sie mich zu Beginn der Corona-Krise gefragt, wäre meine Antwort eher verhalten ausgefallen. Heute bin ich deutlich zuversichtlicher und rechne mit Umsatzzuwächsen. Bei den Jalousieantrieben sind wir die Nummer eins und bei allen großen Verarbeitern vertreten. Dieser Markt ist allerdings begrenzt – sowohl im Hinblick auf Stückzahlen als auch auf die Möglichkeit einer internationalen Expansion. Der Rollladenmarkt ist etwa dreimal größer. Zudem können wir aktuell große Verschiebungen im Markt registrieren, von denen wir profitieren.

Das komplette Interview können Sie in der Doppelausgabe Juni/Juli von bauelemente bau lesen, die am 25. Juni auf den Markt kommt.

Mehr Informationen zum Unternehmen und den neuen Produkten finden Sie hier.

 

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