11. Juni 2026

KI wertet komplette Ausschreibungen für den Fensterbau aus

Der Ausschreibungs-Auswerter gibt zunächst eine Übersicht über die relevanten Positionen der Ausschreibung aus. Screenshots: Aufmaß-App / aufmass-app.com

Die Auswertung einer Bauausschreibung ist im Fensterbau eine zeitraubende und fehleranfällige Aufgabe vor der Angebotsabgabe: Dutzende pdf-Dokumente, widersprüchliche Angaben zwischen Fensterliste, Detailplan und Leistungsverzeichnis oder versteckte Anforderungen in den Vorbemerkungen.

Die Aufmaß-App bringt dafür ein neues Modul an den Start – den Ausschreibungs-Auswerter. Anwender laden das komplette Ausschreibungs-Konvolut als zip-Archiv hoch, die Künstliche Intelligenz übernimmt Klassifizierung, Extraktion und Plausibilisierung und gibt eine strukturierte, kalkulierbare Übersicht zurück.

Im ersten Schritt sichtet Google Gemini 2.5 Pro das Konvolut und ordnet jedes Dokument seiner Funktion zu – Plan, Liste, Gutachten oder Brandschutznachweis. Anschließend extrahiert Anthropic Claude pro Gewerk eine strukturierte Stückliste und erkennt dabei Widersprüche zwischen den Dokumenten. Unterstützt werden Fenster, Türen und Fassade. Unklare oder strittige Stellen landen nicht im Papierkorb, sondern als nachvollziehbare Klärungspunkte in einer eigenen Übersicht.

Angebotsfähig statt nur „ausgelesen“

Für Fenster, Türen und Insektenschutz erfasst der Auswerter alle angebotsrelevanten Merkmale in über 50 Feldern je Gewerk:

  • Geometrie, Bauart und Rahmen-Profilsystem,
  • kompletter Glasaufbau inklusive Uw-, Ug-, Uf-, g-Wert und Rw,
  • Sicherheit (RC-Klasse) und Brandschutz (EI/T),
  • Drücker-Modell samt Hersteller, Schließsystem, Anschluss und Schwellen,
  • Sonnenschutz mit Steuerung und Antrieb.

 

Jeder Wert mit Quelle

Jeder extrahierte Wert trägt eine Quellenangabe mit Dokumentname und Seitenzahl. Die Quell-pdfs sind direkt anklickbar und springen – sofern erkannt – automatisch zur relevanten Seite, sowohl in der Web-Ansicht als auch im Excel-Export. Die Auslieferung erfolgt mandantengeschützt, fremde Zugriffe sind ausgeschlossen. Damit lässt sich jede Position in Sekunden gegen das Original prüfen – ein entscheidender Unterschied zu reiner Texterkennung.

Rahmenparameter und Go-/No-Go-Empfehlung

Über die Einzelpositionen hinaus extrahiert ein zusätzlicher KI-Schritt die übergreifenden Vorgaben einer Ausschreibung: Projekt-Stammdaten und Termine, Vertragsbedingungen wie Gewährleistung, Skonto und Bürgschaften, allgemeine Rahmenvorgaben (Uw, Rw, RC-Klasse, Material, Profilsystem, Schließanlage, Klimaklasse), Anforderungen an Anschluss und Bauphysik sowie Hinweise zu Lieferung, Montage und Kalkulation. Den Abschluss bildet eine Go-/No-Go-Empfehlung mit Chancen und Risiken. Vertrieb und Geschäftsleitung erhalten das Ergebnis als übersichtliche Wert-/Quelle-Karten und als PDF zum Download.

Export, Verfügbarkeit und Preis

Die Ergebnisse stehen als Excel-Export mit einem Tabellenblatt je Gewerk – inklusive AutoFilter, fixierter Positionsspalte und Klärungspunkten – sowie als pdf bereit. Der Ausschreibungs-Auswerter ist Teil der Aufmaß-App und kann von Bestandskunden ab sofort genutzt werden; die Abrechnung erfolgt wahlweise nutzungsbasiert oder über Tarifpakete. Die gesamte Verarbeitung läuft DSGVO-konform auf in Deutschland gehosteter Infrastruktur.

„Wer eine große Ausschreibung kennt, weiß, wie viele Stunden allein das Zusammensuchen der Maße und Vorgaben kostet – und wie schnell sich dabei ein Fehler einschleicht. Unser Ziel war nicht, Text auszulesen, sondern eine Auswertung zu liefern, mit der man direkt kalkulieren und sauber Ja oder Nein sagen kann“, so Andreas Weber, Mitgründer der Aufmaß-App.

Auf die Homepage der Aufmaß-App geht es hier entlang.

 

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